Montag, 10. Dezember 2012

Rentner mit 67 Jahren


“As far as your personal goals are and what you actually want to do with your life, it should never have to do with the government. You should never depend on the government for your retirement, your financial security, for anything.” - Drew Carey
Ich werde erst Rentner, wenn ich 67 Jahre alt bin. Das heißt, dass ich noch 37 Jahre fleißig arbeiten muss. Oder vielleicht sogar mehr??

Eigentlich ist Rentner werden eine Art von finanzieller Freiheit. Der Zweck der gesetzlichen Rentenversicherung ist es, für alte Menschen, die nicht aktiv arbeiten können, Einkommen zu generieren. Das heißt Altersvorsorge. Das System wurde 1891 von Bismarck eingeführt.

Bismarcks System war relativ einfach. Die Staat hat für die Arbeitnehmer gespart, das Geld investiert und im Rentenalter die Ersparnisse zurückbezahlt. Der Unterschied zu heute ist, dass dieses System kapitalabgedeckt war. Rücklagen wurden gebildet, um dieses Geld an die Rentner zurückbezahlen zu können. Die Staat hatte tatsächlich Geld in Fonds und konnte alle Renten zahlen, auch wenn es plötzlich keine Einnahmen mehr gegeben hätte.
S. Hofschlaeger / pixelio.de

Im Jahr 1957 mit dem Rentenreform kamen Adenauer und seine Regierungkollegen mit der glorreichen Idee, Bismarcks System durch Umlagefinanzierung, den sogenannten „Generationenvertrag“, zu ersetzen. Dieses System besteht heute noch. In diesem System sind die Rentengelder nicht kapitalabgedeckt. Die Renten werden direkt von den Beiträgen der Arbeitnehmer bezahlt. Geld rein, Geld raus.
Soweit gut und schön. Es funktioniert aber nur, solange das Arbeitnehmer-Rentner-Verhältnis stimmt.

Zum Beispiel einfach demonstriert:
Wir denken uns den Staat als ein Dorf mit 11 Bewohnern. Acht davon sind Arbeitnehmer, einer ist Rentner und zwei sind Kinder. Die Arbeitnehmer verdienen 3.000 € pro Monat und zahlen 300 € monatliche Rentenbeiträge. Der Rentner bekommt 300€ x 8 =  2.400 € Rente. Solange es genug Arbeitnehmer und nicht viele Rentner gibt, funktioniert das wunderbar, wie in Deutschland von 1960 bis Anfang 2000.  

ABER wenn es stattdessen heute in diesem Dorf 8 Arbeitnehmer und 2 Rentner gibt (erhöhte Lebenserwartung, langsames Wirtschaftswachstum und wenig Neugeborene), sinkt die Rente auf 2.400 € / 2 =  1.200 € pro Rentner.

Um das System stabil zu halten und Altersarmut zu vermeiden, kann hier das Dorfoberhaupt
  • Rentenbeiträge der Arbeitnehmer erhöhen (mehr Geld ins System)
  • Rentenalter erhöhen (wenige Rentner im System)
  • Steuergelder für Zuschüsse nutzen (mehr Geld ins System)

Wegen hoher Lebenserwartung und niedriger Anzahl von Kindern befinden sich zur Zeit Deutschland und viele Industrieländer in derselben Situation wie unser Beispieldorf. Wenn plötzlich die Familien in Deutschland sich entscheiden, ein Kind mehr zu zeugen oder wenn es eine große Welle von Immigranten zusammen mit Wirtschaftswachstum gibt, kann der Generationenvertrag weiter funktionieren.

Sonst läuft das System meiner Meinung nach so nicht weiter!

Die Regierung muss folgende Gegenmaßnahmen ergreifen, damit das System weiter laufen kann:
  • Die Renten senken (das passiert in manchen EU-Länder schon)
  • Das Rentenalter erhöhen (Dies ist schon von 65 auf 67 geschehen. In Dänemark beispielsweise wurde das Rentenalter mit der Lebenserwartung gekoppelt. Junge Leute müssen wohl bis über 70 arbeiten.)
  • Die Rentenbeiträge erhöhen (die SPD hat bereits Pläne)
  • Das fehlende Geld mit Bundeszuschüssen erhalten (diese wurden zwischen 2000 und 2010 von 49,8 Milliarden auf 64,9 Milliarden € erhöht – 30%)

Ich vermute, dass das Rentenalter nochmals erhöht wird, bis ich 67 werde. Vielleicht auf 70? Ich will nicht bis 70 arbeiten!

In diesem Blog „Der goldene Adler“ erkläre ich meinen eigenen Weg zur finanziellen Freiheit. Ich will meine Zukunft unabhängig von Staat gestalten und werde dafür einiges tun. 

Kommentare:

  1. Eigentlich braucht man sich gar nicht aufregen, früher wo es noch keine Rente gab haben die leute auch überlebt, da wurde man noch von seinen Kindern mit versorgt, aber nein die Deutschen wollen ja keine Kinder, selber Pech!!!!

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  2. Manfred: Liegt doch nicht daran, dass die Deutschen keine Kinder wollen.
    Es geht heutzutage nur noch eines: Karriere oder Kind

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  3. @Hans, definiere Karriere.

    Karriere oder Kind, was hat das Bitte mit Rente mit 67 zu tun.

    Ich will und werde nicht mit erst 67 in Rente gehen, dazu habe ich die letzten Jahre mich intensiv mit dem Thema finanzielle Freiheit beschäftigt und entsprechend vorgesorgt. Trotz Kinder und als Alleinverdiener über lange Jahre ist es möglich sich ein passives Einkommen zu erwirtschaften welches einem ermöglicht schon vor dem gesetzlich vorgesehenem Zeitpunkt aus dem aktiven Berufsleben auszusteigen.

    Am Ende des Tages spielt es keine Rolle, was Du verdient hast sondern was du davon zur Seite gelegt hast und für Dich arbeiten hast lassen.

    Lg Stefan

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