Montag, 23. September 2013

Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland

„The way to crush the bourgeoisie is to grind them between the millstones of taxation and inflation.” – Vladimir Lenin

“Preise für Lebensmittel in Deutschland steigen an”. So stand es in einem Spiegel-Artikel im August. Butter kostet 30%, Kartoffeln 44% mehr, die Preise steigen auch für andere Lebensmittel. Dies sind die Schlagzeilen, die wir immer wieder in den Medien lesen. Ähnliche Artikel gibt es auch oft für Mietpreise.

Ich glaube, dass wir uns an das Thema Inflation langsam gewöhnen sollten. Die Niedrigzinspolitik von allen großen Notenbanken in Europa, den USA und Japan fördert die Inflation und das Wirtschaftswachstum. Billiges Geld flutet die Märkte und erzeugt hohe Nachfrage. Das sehen wir in Deutschland schon am Anstieg der Immobilienpreise in den letzten Jahren („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“). Lebensmittelpreise werden zusätzlich vom Wachstum der Mittelklassen in den Schwellenländern beeinflusst und - abhängig  von den Trockenperioden - durch Klimawandel.


Wie ich in meinem Artikel „Inflation und die Effekte auf Rendite“ geschrieben habe, muss jeder Anleger die Inflation bei der Berechnung seiner realen Rendite im Betracht ziehen. Ich kenne viele Leute, die ihr Geld immer noch auf Spar- oder Tagesgeldkonten haben („Populäre und sichere Geldanlagen“). Sie denken, dass ihr Geld sicher ist und dazu Zinsen bringt. Was sie aber tatsächlich bekommen, ist eine negative reale Rendite!

Es gibt einen weiteren Nachteil von Inflation für die Arbeitnehmer: Negative reale Gehaltserhöhungen. Viele Arbeitnehmer bekommen nur einen Inflationsausgleich als Gehaltserhöhung (wenn überhaupt). Diese Gehaltserhöhung um die Inflationsrate wird auf das Bruttogehalt gerechnet. Durch kalte Progression bei der Einkommensteuer ist der Nettoanstieg des Gehalts geringer als die Inflationsrate! Damit haben Arbeitnehmer eine negative reale Gehaltserhöhung, besser gesagt „das Gehalt verliert die Kaufkraft“. Ihre Gehälter werden inflationsbereinigt geringer. Kein Wunder, dass die Leute überrascht sind, wenn am Ende des Monats vom Gehalt nicht mehr viel übrig ist.

Es ist für mich verwunderlich, dass kalte Progression und reale Löhne in den Wahlprogrammen der meisten Parteien kaum angesprochen werden. Der Staat hat die höchsten Steuereinnahmen der Geschichte und es wird immer noch über Steuererhöhungen gesprochen.

Was ich hiermit sagen möchte: Inflation und Steuer sind Fakten des Lebens. Die Inflationsrate ist nicht in unserem direkten Einflussbereich. Die regierenden Parteien und deren Steuerpolitik auch nicht. Ich würde mich deshalb überhaupt nicht ärgern. Selbst das aktive Einkommen können viele Arbeitnehmer nicht beeinflussen („Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen“).

Was aber in unserem direkten Einflussbereich, ist folgendes:
  1. Ausgaben – wofür wir unser Geld ausgeben
  2. Reale Rendite – wo wir unser Geld anlegen

Ich sehe diese zwei Punkte als Hauptfokusbereiche für die Menschen, die finanzielle Freiheit erreichen möchten.

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