Montag, 9. Juni 2014

Geld sparen in einer faulen Konsumgesellschaft Teil 1

„There is no substitute for hard work.“ – Thomas Edison

Harte Arbeit und Sparsamkeit sind Tugenden aus dem letzten Jahrhundert. Mit diesen zwei Eigenschaften haben die westlichen Länder, insbesondere Deutschland, trotz zweier Weltkriege eine wohlhabende Gesellschaft und eine starke Wirtschaft aufgebaut. 

Mit harter Arbeit wurden ein hoher Produktionsausstoß, technologische Entwicklung und Produktivität erreicht. Mit Sparsamkeit wurden diese zusätzlichen Wertschöpfungen in Kapital verwandelt, um neue Fabriken und Infrastrukturen aufzubauen, um wiederum in Innovation und Technik zu investieren. Japan und Deutschland, als zwei große Verlierer des zweiten Weltkrieges, haben es mit harter Arbeit und Sparsamkeit innerhalb von zwanzig Jahren geschafft, ein Wirtschaftswunder zu verwirklichen. Nach den USA und der UdSSR waren diese Länder weltweit auf dem dritten und vierten Platz, was das Bruttoinlandsprodukt angeht, obwohl sie vergleichweise geringe Einwohnerzahlen hatten. Das war eine außergewöhnliche Leistung dieser Völker.


Harte Arbeit und Sparsamkeit verlieren ihre Wichtigkeit und sind in unserer heutigen Gesellschaft fast keine Tugend mehr. Diese Denkweise birgt hohe finanzielle Risiken für die Zukunft unseres Landes und unserer Gesellschaft.

Harte Arbeit ist heutzutage in Deutschland uncool und idiotisch. Wer härter und mehr arbeitet, wird erst vom Staat bestraft. Mehr als die Hälfte des zusätzlichen Einkommens wird durch die kalte Progression als Einkommensteuer erstmal aufgefressen. Es gibt keine Motivation („Warum soll ich Geld anlegen? Finden Sie Ihre Motivation“) für die Menschen, mehr Leistung zu bringen und mehr Einkommen zu generieren. 

Mittelmäßigkeit und Faulheit werden belohnt. Die Fleißigen und die Sich-Nicht-Krankmelder werden als Idioten beschimpft. Für die Geringverdiener ist es viel klüger arbeitslos zu sein, als zu arbeiten. Um 200 € mehr zu haben, lohnt es sich nicht, in Vollzeit zu arbeiten. Sozialhilfe zu kassieren ist ziemlich bequem und mit ein bisschen Schwarzarbeit nebenbei kann man sehr schön leben.

Auch die Studenten wollen an den Universitäten harte Arbeit vermeiden. Studienplätze in Ingenieurwissenschaften und Medizin sind nicht mehr so populär. Sozialwissenschaften sind viel beliebter. Wer will bitte schön die ganze Zeit des Studiums in der Bibliothek und im Labor verbringen, statt auf der Uni-Wiese mit Kumpels Bier zu trinken. Es ist voll uncool und spießig, das Studium in der vorgegebenen Zeit abzuschließen. „Ich bin doch kein Streber“ ist die Erklärung. Nach etwas zu streben, nämlich „harter Arbeit“, wird als völlig blödsinnig angesehen.

Der Artikel wird fortgesesetzt in „Geld sparen in einer faulen Konsumgesellschaft Teil 2“.

Kommentare:

  1. Den Eindruck habe ich auch. Ich nehme fast täglich meinen Laptop mit nach Hause, um teilweise auf eigene Rechnung zu arbeiten, zu forschen, was die Firma vielleicht voranbringen könnte. Man mag mich belächeln, aber ich habe meine Vision. Ich scheue auch nicht davor, Geld in harte Fachliteratur und zu stecken und diese durchzuarbeiten.

    Wenn ich da an meinen Kollegen so denke... Große Töne hat er gespuckt, dass er nun den Master nachholen würde. Tatsächlich hat er nach vier Wochen aufgegeben, weil er nicht bereit war, sechs Stunden Vor- und Nachbereitung für eine Vorlesungen zu investieren. War ihm wohl zu schwierig. Der jagte einem formalen Abschluss nach, war aber nicht bereit, zu lernen. Mir wird keine Möhre in Form eines Master-Abschluss vor die Nase gehalten und bin motiviert.

    Und wenn ich auf Fachliteratur anspreche, finde ich wenig Resonanz. Einige kaufen sich alle zwei Jahre ein Buch, einige gar nicht. Ich kaufe mir mehrere pro Jahr, lese zahlreiche Blogs, lerne Programmiersprachen... Wer das in der IT nicht macht, geht unter.

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  2. Naja die Studienplätze für Medizin sind so begehrt, dass der NC nahe 1,0 liegt und viele Deutsche gehen extra ins Ausland um Medizin zu studieren.

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  3. Harte Arbeit zahlt dich nicht mehr aus, da das Kapital bereits verteilt is. Wer ein Haus in einer Großstadt erbt hat mehr Geld bereits als jemand der sein leben lang hart arbeitet. Arbeit ist sehr hoch besteuert. Vermögen und Erben nicht. Daher verliert harte Arbeit ihren Wert da man dieses Kapital nicht mehr aufholen kann....

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