Montag, 16. Juni 2014

Geld sparen in einer faulen Konsumgesellschaft Teil 2

“...talent means nothing, while experience, acquired in humility and with hard work, means everything.” - Patrick Süskind
Fortführung vom Artikel “Geld sparen in einer faulen Konsumgesellschaft Teil 1“.

Sparsamkeit ist heutzutage genauso uncool wie harte Arbeit. Sparsame Menschen werden als „billig“ und „Geizhals“ verteufelt. Wer sich übers Sparen unterhält, wird geringschätzig behandelt. „Er redet nur über Geld“ wird gelästert. Es kommt irgendwie besser an, über exotische Urlaube („Versuchungen Geld auszugeben, Eindrücke aus einem Sommerurlaub“) und außergewöhnliche Hobbys („Teure Hobbies und Vermögensaufbau“) zu sprechen. Je teurer, desto cooler. Kein neues Smartphone zu haben, ist altmodisch („Kinder in der Straßenbahn und deren Umgang mit Geld“), alte Klamotten lange Zeit zu tragen, ist undenkbar. In einer kleinen Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft zu wohnen, ist ab dem Berufsbeginn nicht erwünscht. Ich kenne einige kinderlose Paare, die sich ein riesiges Haus über Kredit finanzieren.


Die niedrigen Zinsen sind ein Grund dafür, dass die Menschen derzeit nicht mehr Geld sparen möchten. Man bekommt kaum Rendite und das Geld verliert seinen Wert durch Inflation („Inflation und die Effekte auf Rendite“). „Ich gebe mein Geld lieber komplett aus“. Diesen Satz habe ich wörtlich von einem Kollegen gehört. Die Börse und ETFs sind natürlich keine Alternativen. Sie werden in den meisten deutschen Medien als reine Zockerei dargestellt.

Die Konzerne und Medien geben uns das ideale Leben vor. Die Konsumgesellschaft wird auch durch günstige Importe aus China und anderen Schwellenländern unterstützt. Weihnachten ist eher ein Kaufwahnsinn als besinnlich. Die Konzerne und der Staat wollen es natürlich genauso haben. Die Konjuktur wird angekurbelt, wenn die Menschen mehr einkaufen. Die Steuereinnahmen erhöhen sich durch die Mehrwertsteuer. Keiner denkt, dass als Konzequenz zu wenig gespart wird. Lieber neue Schulden als Schuldenabbau.

Ich versuche in meinem Blog gegen den Strom zu schwimmen. Ich bin immernoch ein großer Unterstützer von harter Arbeit, obwohl sie zu einem höheren Steuersatz führt ("Ihr Wissen für finanzielle Freiheit umsetzen"). Ich möchte aus Prinzip weder von Sozialhilfe leben noch meine Zukunft abhängig vom Staat oder von meinem Arbeitgeber machen.

Sparsam leben ist sehr wichtig für mich und meinen Plan für den Vermögensaufbau („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“). Die Herdenmenschen werden an das Ziel kommen, zu dem die Herde geht, nämlich Rente mit 67 oder später. Also, lieber gegen den Strom schwimmen als Altersarmut riskieren.

Kommentare:

  1. Ich habe beim Sparen und Arbeiten auch die selbe Einstellung wie du und bin absolut gegen diesen Konsumrausch!
    Aber heute in der Mittagspause habe ich wieder etwas erlebt, das mich schon irgendwie prägt!
    Ich habe erfahren, dass ein Kollege (um die 30) Darmkrebs hat und deswegen nicht mehr in der Firma ist!

    Da stellt sich schon die Frage, ob man sein Leben lang sparen und arbeiten sollte und zum Schluss ergeht es einem dann so, dass man davon eigentlich gar nichts hatte!
    Man weiß ja nie wann es so weit ist, wie dieses Beispiel eindrucksvoll demonstriert!

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    1. Er hat ja den Darmkrebs nicht bekommen, weil er gespart hat, sondern unabhängig davon. Mit sowas muss man immer rechnen, aber man sollte realistisch bleiben. Dass man mit 30 Jahren Krebs bekommt, ist möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Wegen einer Wahrscheinlichkeit von (z. B.) 1/100000 mache ich meine Entscheidungen nicht abhängig.

      Sparen heißt ja auch nicht geizen. Man kann ja auch sparsam sein und dennoch ein glückliches Leben führen, denn viele Dinge kosten nicht viel Geld: Freunde, Liebe, Bildung, Kultur, Sport. Ich beispielsweise habe am Wochenende an einem Basketballturnier teilgenommen. Kosten waren 0 € Man muss nicht auf der Südhalbkugel unter Palmen liegen.

      Man sollte realistisch denken: Die meisten Leute erleben ihren Renteneintritt, auf den Weg dahin werden sich auch große Konsumwünsche erfüllt. Am populärsten: das Eigenheim. Ich habe Kollegen, die genau sowas ans Bein binden. Man kann sich so einen Wunsch gerne erfüllen, aber Sparsamkeit ist die Lösung, um sich dann so einen teuren Konsumwunsch möglichst effizient zu erfüllen. Dann zahlt man keine 15 Jahre, sondern 10 Jahre ab.

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