Mittwoch, 4. Mai 2016

Wie kann ich schneller finanziell frei werden?

„Financial freedom is available to those who learn about it and work for it.”  - Robert Kiyosaki

In letzter Zeit spiele ich oft mit dem Gedanken „schneller finanziell frei zu werden“. Laut meiner Prognose werde ich erst in 15 Jahren finanziell frei sein. Für mich klingt 15 Jahre verdammt lang! Heute bin ich 33 Jahre alt. In 15 Jahren werde ich 48 sein. Das ist eigentlich nicht so schlecht, immer noch 19 Jahre früher als das gesetzliche Rentenalter.

Meine Tochter Pia ist 2 Jahre alt und mein Sohn Robin 8 Monate. In 15 Jahren wird Pia 17 sein und Robin 16. Wie es aussieht, verpasse ich fast die ganze Jugend meiner Kinder. Mit einem Vollzeitberuf bin ich in der Woche mindestens 10 Stunden pro Tag nicht da. Dazu bin ich oft auf Geschäftsreisen, also wochenlang gar nicht zu Hause. Ich plane, diesen Sommer Elternzeit zu nehmen. Meiner Meinung nach ist das aber nicht genug. Ich verbringe leider viel zu wenig Zeit mit meinen Kindern.
Also muss etwas geschehen. Ich muss die finanzielle Freiheit schneller erreichen. Lassen Sie uns erneut die Grundsätze des Vermögensaufbaus betrachten. 

Man verdient Geld -> Man spart Geld -> Ersparnisse werden angelegt -> Vermögen wächst


Ich habe genug Artikel über Vermögensaufbau und Geld sparen geschrieben. Ich denke, dass ich eine solide Anlagestrategie habe, mit der ich langfristig gesehen eine sehr gute Rendite erreichen werde. Für noch höhere Renditen müsste ich noch mehr Risiken eingehen. Ich setze zur Zeit 90% meines Vermögens auf Aktien-ETFs. Ein höheres Risiko möchte ich nicht eingehen.

Bei meinen Ausgaben habe ich in den letzten Jahren vieles getan. Es gibt nicht mehr viel Luft nach unten. Mein Ansatz ist „klug sparen“ und nicht „geizig sparen“. Noch mehr sparen bedeutet für mich und meine Familie eine Verminderung der Lebensqualität. Zum Beispiel lohnt es sich nicht, Fleisch vom Discounter anstatt vom Metzger zu kaufen.

Zum Glück gibt es eine weitere Option, mein Vermögenswachstum zu beschleunigen: Mehr verdienen.

So einfach ist das aber für mich leider nicht. Ich bin Angestellter und habe ein festes Gehalt. Ich bin sehr dankbar, dass ich in den letzten Jahren überdurchschnittliche Gehaltserhöhungen bekommen habe. Ich erreiche aber langsam die obere Grenze meiner Gehaltsstufe. Eine Chance zur Beförderung besteht zur Zeit kaum. Es gibt  wenige Posten und viele Kandidaten. Ein Firmenwechsel ist auch keine gute Option und außerdem schwer realisierbar. 

All das klingt vielleicht hoffnungslos, ist es aber ehrlich gesagt nicht. Es gibt immer einen Weg. Ich lebe zum Glück in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt. Hier ist „das Land der Möglichkeiten“,  die Flüchtlinge kommen hierher nicht ohne Grund. Es gibt zahlreiche Wege, über die man mehr Geld verdienen kann. Ich bin der Meinung, dass man mit Fleiß, Kreativität und Handlung die Mehrheit seiner Ziele erreichen kann.

Der Schlüsselwort für mich ist „Nebeneinkommen“. Die Möglichkeiten für einen Nebenverdienst und einige meiner Ideen möchte ich meinen Lesern in den nächsten Artikeln mitteilen.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Gute Schulden, schlechte Schulden

„I use debt to buy assets. Most people use debt to buy toys and liabilities”. –Robert Kiyosaki
In diesem Blog geht es hauptsächlich darum, Geld zu sparen und anzulegen, um  seine finanziellen Ziele zu erreichen. Bevor man mit dem Vermögensaufbau anfangen kann, gibt es eine wichtige Voraussetzung: Man darf keine Schulden haben. Schulden sind im Prinzip negatives Vermögen und verursachen durch die zu zahlenden Zinsen einen negativen Cashflow.

Es war eine kleine Überraschung für mich herauszufinden, wie viele Leute Schulden haben. Die meisten Leute, die ich kenne, sind junge Arbeitnehmer zwischen 25 und 40 Jahren. Ich unterhalte mich oft mit ihnen darüber, ob sie Geld sparen, wo sie ihr Geld anlegen, was sie mit ihrem Weihnachtsgeld machen. Oft höre ich die Antwort: „Ich muss meine Schulden zurückzahlen“ oder „Ich muss mein Haus abbezahlen“.

Ich bin stolz darauf, dass ich keine Schulden habe und dass ich damit sehr ruhig schlafen kann. Meine letzte Schulden habe ich vor sieben Jahren zurückbezahlt und sofort mit meinem Vermögensaufbau angefangen. Diese Denkweise kommt wahrscheinlich aus meiner Kindzeit und durch meine Eltern. Mein Vater war auch so ein Anti-Schulden-Typ. Er hatte unsere Wohnung mit 100% Eigenkapital finanziert.

In letzter Zeit bin ich ein bisschen hinsichtlich meiner Überzeugungen im Leben und stelle mir die Frage, ob es tatsächlich richtig ist, was ich glaube. Meine Eltern, meine Freunde, das Schulsystem, die Medien und die Bücher, die ich lese, haben meine Gedanken viel stärker beinflusst als ich mir bewusst bin. Mein Glaube ist: „Ich vermeide Schulden auf alle Fälle. Schulden sind böse“. Ist dieser Gedanke immer richtig? Sind Schulden wirklich immer schlecht für die Menschen? 

Wenn ich ein bisschen überlege, komme ich zu dieser Schlussfolgerung: „Es kommt drauf an“. Wie viele Zinsen muss man für seine Schulden zahlen? Wofür wird das Geld eingesetzt? Die Antworten zu diesen Fragen bestimmen, ob die Schulden gut oder schlecht sind.


Die guten Schulden                     

Schulden sind gut, wenn sie einen positiven Cashflow verursachen. Wenn der Schuldner irgendwie eine positive Rendite oder zusätzliche Einnahmen generieren kann, sind die Schulden gut für ihn. Ein gutes Beispiel sind die Schulden für ein Studium oder eine Weiterbildung. Wenn man mit einem schuldenfinanzierten Diplom einen hochbezahlten Job ergattern kann, ist es ein positives Geschäft. Wenn man mit einem Kredit eine Immobilie kaufen kann, die ein niedriges Kaufpreis-Miete-Verhältnis halt, ist es ebenfalls ein positives Geschäft. Viele Unternehmen nehmen Kredite auf, weil sie mit diesem Geld mehr Gewinn erwirtschaften können als die Zinsen, die sie auf die Kredite zahlen.

Die schlechten Schulden

Die meisten Schulden, die man für Konsumausgaben aufnimmt, sind meiner Meinung nach schlecht. Konsum auf Kredit ist eine der größten Krankheiten der Volkswirtschaften. Konsum auf Pump treibt die Konjunktur an, schafft Arbeitsplätze und erhöht die Steuereinnahmen. Der Nachteil für den Schuldner ist aber sehr groß. Besonders in den USA und in vielen Schwellenländern sind die Menschen so überschuldet, dass sie ihre Schulden mit neuen Schulden zurückzahlen müssen.

Zinsen beachten

Wenn Sie ein Kredit benötigen, um Ihre Ziele zu erreichen, sollten Sie sich auf eine sehr wichtige Zahl konzentieren: Die Zinsen!

Als Anleger versuche ich, meine Rendite zu erhöhen, damit mein Vermögen schneller wächst. Als Schuldner würde ich versuchen, die Zinsen so minimieren, dass meine Schulden so langsam wie möglich wachsen. Sie müssen auf jeden Fall versuchen, die Effektivzinsen pro Jahr zu reduzieren. Gehen Sie nicht sofort zu Ihrer Hausbank und nehmen einen Kredit auf. Ähnlich wie beim Kauf von Unterhaltungselektronik hilft Ihnen hier ein schneller Online-Vergleich. Kreditvergleichsportale wie smava.de können Ihnen helfen, ein günstigeres Angebot zu finden. Achten Sie auf jeden Fall auf die Produktdetails und die Konditionen.

Donnerstag, 26. November 2015

Risikobereitschaft und Erfolg

“Pearls don’t lie on the seashore. If you want one, you must dive for it.” - Chinese proverb

Warum sind manche Leute erfolgreicher als andere? Es gibt tausende von Bücher und Studien über die Faktoren, die zum Erfolg führen. In meinem letzten Artikel habe ich über die Beziehung zwischen Risiko und Rendite geschrieben. Der Sache „Risiken eingehen“ oder „Risikobereitschaft“ möchte ich in diesem Artikel nachgehen.

Bei den Geldanlagen sagt man oft, dass hohe Rendite mit hoher Risikobereitschaft verbunden ist. Gilt dieser Spruch nur für Geldanlagen? Gibt es eine Beziehung zwischen Risikobereitschaft und Erfolg?

Erfolg ist für mich nicht nur hohe Rendite mit meiner Geldanlage, sondern auch das Erreichen der Ziele und Resultate in meinem Leben. Oft ist Erfolg für die Menschen das Streben nach etwas, das man noch nicht hat. Risikobereitschaft ist für mich nicht nur Investieren in Aktien-ETFs, sondern auch Handeln, die eigene Komfortzone verlassen, die Bereitschaft, etwas zu tun, vor dem andere sich scheuen.

Zwei Junggesellen auf einer Party

David und Marco sind zwei Junggesellen, die an einem Freitag Abend zu einer Party gehen. Die beiden möchten an diesem Abend ein Mädchen kennenlernen, mit dem sie gerne eine Beziehung anfangen würden (Erfolg = Mädchen kennenlernen). Sie kennen noch niemanden auf dieser Party. Was ist der beste Weg, damit David und Marco ihr Ziel erreichen? Klar, Mädchen ansprechen.

Es ist einfacher gesagt als getan. David ist eigentlich sehr introvertiert und redet ungern mit Unbekannten. Er wird sehr nervös, wenn er sich einem hübschen Mädchen annähert. Wenn ein Mädchen ihn ablehnen würde (Risiko), würde er sich sehr wertlos fühlen. Das Gefühl möchte er nicht haben. Deshalb bleibt er lieber ruhig in seiner Ecke, hört die Musik, guckt die Leute an, aber spricht mit keinem unbekannten Mädel. Am Ende des Abends ist er kein Risiko eingegangen, hat dafür auch kein Mädchen kennengelernt. 

Marco ist auch schüchtern, möchte aber unbedingt eine Freundin haben. Er weiß, dass er eventuell abgelehnt wird, wenn er ein Mädchen anspricht. Er hat aber keine andere Möglichkeit. Also trinkt er ein paar Kölsch und spricht während des Abends mehrere Mädels an. Nach einem erfolglosen Start wird er lockerer und selbstbewusster. Es war doch nicht so schlimm, wie er gedacht hat. Die unbekannten Leute beißen nicht. Das Verlassen seiner Komfortzone lohnt sich, als er in der Mitte des Abends die nette Julia kennenlernt. Ein paar Wochen später sind Marco und Julia ein Paar.


Was ist der Unterschied zwischen David und Marco? Wer ist erfolgreicher? Wer von ihnen wird mit seiner Einstellung seine Ziele im Leben einfacher erreichen?

Warum sind Unternehmer reicher?

Der Erfolg liegt am Ende des wenig befahrenen Wegs. Die meisten Menschen nehmen aber normalerweise den sicheren Weg. Angst von Ablehnung, Angst von Versagen und Angst von Erfolg sind einige Gründe, warum die meisten Menschen ihren sicheren Weg nicht verlassen möchten.


Die Beziehung zwischen Risiko und Rendite zeigt sich auch, wenn die Menschen den sicheren Weg nehmen. Warum verdient ein Unternehmer mehr als ein Angestellter? Warum muss ein Arbeitnehmer zwischen einen sicheren Job und einem hohen Gehalt wählen? Warum verdient man in provisionsbasierten Berufen mehr als in Berufen mit festem Lohn?

Eine Antwort auf diese Fragen ist die Risikobereitschaft und die Anzahl der Leute, die das Risiko eingehen. Es ist genauso bei Geldanlagen: wer die Risikobereitschaft mitbringt, muss im Durchschnitt mehr verdienen als derjenige, der den sicheren Weg nimmt. Wer Risiken eingeht, kann natürlich möglicherweise scheitern. Die Risikobereitschaft muss aber irgendwie belohnt werden. Sonst würde es keiner machen.

Andersherum wird die Belohnung für den sicheren Weg (sichere Arbeit) niedriger sein. Sonst würden alle Menschen sichere und lukrative Berufe ausüben wollen. In einer funktionierenden Marktwirtschaft herrschen diese Regeln. Wenn diese gestört wird, endet es meist unglücklich für die Menschen (ein Beispiel: alle Beamten in Griechenland verdienen sehr viel und haben sehr hohe Pensionsansprüche. Beamte werden war der beste Karriereweg).

Circa 90% der Gründungen in den USA scheitern innerhalb von fünf Jahren. Die überlebenden Firmen aber schaffen Wertschöpfung und bringen den Gründern Reichtum. Schauen Sie sich mal die reichsten Menschen der Welt und von Deutschland an. Welche von denen sind Arbeitnehmer und haben eine Festanstellung?

Risikobereitschaft bei Geldanlagen

Es ist mir sehr wichtig, dass meine Leser die Beziehung zwischen Risiko und Rendite bei Geldanlagen verstehen. Mit diesem Wissen sind Sie im Leben einen Schritt weiter. Sie werden keinem Verkäufer glauben, wenn er Ihnen eine sichere Geldanlage mit hoher Rendite verspricht (Hallo, sogenannte Bankberater!). Sie werden auch in Ihrem Leben einige Risiken eingehen müssen, wenn Sie erfolgreicher sein möchten.

Also sprechen Sie das Mädchen an, schreiben Sie die Bewerbung, gründen Sie nebenberuflich Ihre Firma, probieren Sie das neue Hobby, legen Sie einen Teil Ihres Geldes in Aktien-ETFs an und verlassen Sie Ihre Komfortzone.

Dienstag, 17. November 2015

Die Beziehung zwischen Risiko und Rendite

"How many millionaires do you know who have become wealthy by investing in savings accounts? I rest my case." - Robert G. Allen
Wenn ein Anleger die richtigen Entscheidungen für seine Geldanlage treffen möchte, muss er unbedingt verstehen, wie die Beziehung zwischen Risiko und Rendite funktioniert. Ich habe den Eindruck, dass viele unerfahrene Anleger und Sparer nicht wissen, warum es höhere Renditen (Überrendite) überhaupt gibt.

Folgender Grundsatz gilt in der Finanzwelt: Ohne Risiko gibt es keine hohe Renditen. Das sogennante „Magische Dreick der Vermögensanlage“ wird oft in der Finanzberatung eingesetzt. Eine Überrendite ist einfach die Belohnung für die Bereitschaft, höhere Risiken einzugehen.
Ich möchte ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben geben.

Fall #1: Sie haben zwei Schulfreunde, Paul und Olaf, die sich von Ihnen Geld ausleihen möchten. Paul ist Arzt und Familienvater, er wohnt fünf Minuten entfernt von Ihnen. Sie kennen seine Eltern auch, die auch in Ihrer Gemeinde wohnen. Paul braucht 10.000 € für die dringende Reparatur seines Dienstwagens und verspricht, das Geld innerhalb von einem Jahr zurückzuzahlen.

Olaf ist Junggeselle und zur Zeit arbeitslos. Sie sind mit ihm nicht mehr eng befreundet, weil er sein Studium abgebrochen und viele Jahre die Welt bereist hat. Olaf braucht 10.000 € für seine Unternehmensgründung und verspricht, das Geld innerhalb von einem Jahr zurückzuzahlen.

Beide haben sich bereit erklärt, Ihnen den Tageszinssatz von 1% als Entschädigung zu zahlen. Würden Sie lieber Paul oder Olaf Ihr Geld ausleihen?  


Jeder rationale Mensch mit Verstand würde in diesem Fall Paul bevorzugen. Der Grund ist einfach das Ausfallrisiko. Wenn man Olaf mit Paul vergleicht, fällt die Entscheidung leicht. Das Risiko, dass man sein Geld nicht zurückbekommt, ist bei Olaf viel höher als bei Paul. Für die gleiche Rendite von 1% wählt der Anleger die Variante mit dem niedrigeren Risiko.

Fall #2: In diesem Beispiel gehe ich bei Olaf ins Detail. Olaf war immer ein bisschen abenteuerlustig. Er war aber ein sehr schlauer Junge und macht heutzutage einen sehr soliden Eindruck. Er hat Ihnen von seinen Plänen von der Unternehmensgründung erzählt. Es klingt immer noch riskant, es gibt es aber eine gute Chance, dass er erfolgreich sein wird. Dazu hat er Ihnen versprochen, 10% Zinsen als Entschädigung zu zahlen.


Es wird interessanter. Beide Optionen (Paul oder Olaf) sind akzeptabel, jedoch mit unterschiedlichen Risiken und erwartete Renditen verbunden. Der Fall #2 stellt die Hauptbotschaft dieses Artikels dar. Rendite ist mit Risiko verbunden. Wo es Risiko gibt, verlangt ein Anleger hohe Renditen. Wo es Sicherheit gibt, bietet der Schuldner oder die Finanzindustrie niedrige Renditen an. Risikofreie hohe Renditen gibt es aus einem einfachen logischen Grund nicht. Das möchte ich kurz erklären.

Wenn Paul (niedriges Ausfallrisiko) 10% Zinsen anbieten würde, würden alle seine Freunde in der Schlange warten, um ihm Geld auszuleihen. Deshalb hat er die Möglichkeit, niedrigere Zinsen anzubieten. Das tut er, wenn er nicht dumm ist.

Wenn Olaf (hohes Ausfallrisiko) 1% Zinsen anbieten würde, würde keiner ihm Geld ausleihen. 1% Zinsen bekommt man schon bei Paul mit niedrigerem Risiko. Deshalb muss Olaf die Zinsen bei seinem Angebot solange erhöhen, bis jemand bereit ist, das Risiko einzugehen und ihm das Geld zu leihen.

Für den Anleger ist die hohe Rendite eine Belohnung („risk premium“), weil er bestimmte Risiken eingeht. Es kann natürlich schief gehen und der Anleger kann Verluste machen. Die erwartete Rendite bei einer riskanten Geldanlage muss aber im Prinzip höher sein als bei einer sicheren Geldanlage. Der risikoscheue Anleger soll dagegen den Preis für Sicherheit bezahlen und sich mit niedrigeren Renditen zufriedenstellen.

Es ist sehr wichtig für jeden Anleger, diese Beziehung zwischen Risiko und Rendite zu verstehen.
Lasst uns zurückgehen zu Fall #2. Würden Sie jetzt Paul oder Olaf das Geld ausleihen? Oder gleichzeitig beiden? Oder Paul 7.000 € und Olaf nur 3.000 €? Ähnliche Fragen werden Sie sich bei der Gestaltung Ihres Portfolios stellen müssen. Wie risikobereit sind Sie? Können Sie Verluste gut aussetzen? Können Sie mit einem riskanten Portfolio gut schlafen? Wie wichtig ist hohe Rendite für Sie?


Dienstag, 10. November 2015

Eine Dienstreise, ein Baby und das Rathaus

Was ist los mit dem goldenen Adler? Er schreibt keine Artikel mehr.

Meine regelmäßigen Leser stellen sich diese Frage (zu Recht). Ich möchte daher ein kurzes Update über mich und meine aktuelle Lebenssituation geben. Die letzten drei Monaten waren ziemlich spannend, weil berufliche und familiäre Aufgaben mein Leben stark bestimmt haben.

Eine aufschlussreiche Dienstreise nach Istanbul

Ende August war ich auf einer Dienstreise in Istanbul, wo ich täglich mehr als 13 Stunden arbeiten musste. Grund dafür war ein wichtiges Projekt, das viel Kraft und Leistung von meinem ganzen Projektteam erforderte. Das Arbeitsschutzgesetz gilt in der Türkei nicht und da arbeiten viele Leute interessanterweise genauso viel. Von Produktivität will ich nicht viel erzählen, weil es nicht viel zu berichten gibt. Zusammengerechnet mit der Zeit, die man unterwegs (teilweise im Stau) verbringt, bestand mein Leben aus Arbeit und Schlafen im Hotel. Eine Woche lang war ich sogar auf Nachtschicht, was meinen Tagesrhythmus durcheinander gebracht hat. Meine Familie und Verwandten konnte ich nur kurz an einem freien Sonntag sehen.

Ich habe zwei wichtige Erkentnisse bei dieser Reise gewonnen. Die erste ist, dass wir in Deutschland ziemlich vorteilhafte Arbeitsverhältnisse haben. Trotz aller Beschwerden über hohe Steuern, niedrige Löhne und 40-Stunden-Woche haben die Arbeitnehmer in Deutschland ein relativ gutes Leben, wenn man nach unten schaut. Es gibt Schlimmeres und wahrscheinlich sind viele Länder in diesem Punkt noch schlimmer als die Türkei. Ich habe für mich festgestellt, dass ich mehr Dankbarkeit in meinem Leben brauche. 

Meine zweite Erkenntnis ist folgende: Es ist mir noch einmal bewusst geworden, dass finanzielle Freiheit ein sehr wichtiges Ziel in meinem Leben ist. Meine Vollzeitarbeitstelle macht mir heute trotz allem schon Spaß. Mit 33 habe ich noch die Energie, sechs Tage lang dreizehn Stunden auf Nachtschicht zu arbeiten. Das hat aber seinen Preis. Die fehlende Zeit, die man mit seiner Familie verbringen könnte. Unregelmäßige und oft schlechte Ernährung. Schlechter Schlaf, damit keine richtige Erholung. Sport und Hobbies möchte ich gar nicht erwähnen. Über dieses Hamsterrad-Leben wird mittlerweile oft berichtet. Die Antwort, die ich in diesem Blog suche, ist, wie man aus diesem Hamsterrad rauskommt? Ich muss aber zugestehen, dass es bei mir oft reichen würde, nur in der 40-Stunden-Woche zu arbeiten. Das ändert aber die Tatsache nicht, dass ich noch nicht finanziell frei bin.

Zum zweiten Mal Papa

Das größere Ereignis Anfang September war, dass mein Sohn Robin auf die Welt gekommen ist. Ich bin zum zweiten Mal der stolze Papa. Es war wirklich eine sehr schöne Zeit, nach der Geburt Urlaub zu nehmen und zu Hause mit der Familie Zeit zu verbringen. Wenn man einmal Kinder und Familie hat, sieht man die Welt anders. Die Prioritäten ändern sich. Man merkt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn das Baby innerhalb von 2-3 Tagen schnell wächst. Man möchte von dieser frühen Kindheit nichts verpassen.

Ich habe jetzt mehr Verantwortungen im Leben als vorher und dennoch hat mein Tag immer noch 24 Stunden. Prioritäten richtig zu setzen und sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu konzentrieren ist jetzt wichtiger als vorher. Das sehe ich als eine große Herausforderung und als eine gute Gelegenheit. Persönliche Produktivität ist nicht mehr nur ein „SOLL“, sondern ein „MUSS“.
Ich gehe davon aus, dass meine beiden Kinder noch mindestens 18 Jahre bei uns leben werden. Ich möchte ungern die nächsten 18 Jahre, 220 Tage pro Jahr, hauptsächlich tagsüber weg von meiner Familie auf der Arbeit verbringen. Ich denke, ich nehme 2016 erstmal Elternzeit.


Der goldene Adler fliegt jetzt zu zweit

Drei Wochen nach Geburt von meinem Sohn kamen meine Eltern aus der Türkei zu Besuch. Sie wollten natürlich ihren Enkel sehen und für einen besonderen Anlass für drei Wochen in Köln bleiben. Der besondere Anlass: unsere Hochzeit. Im kleinen Kreis mit unseren Familien haben wir am 30.Oktober unsere Hochzeit gefeiert. Ich bin jetzt nicht nur zum zweiten Mal Papa, sondern auch Ehemann. Die Eheschließung hat in unserem Leben nichts großartig geändert (noch), weil wir seit langem zusammenwohnen und praktisch schon eine Familie gewesen sind. Vielleicht macht es Sinn, die Steuerklasse zu ändern. Zeit um einige Formulare auszufüllen. 


Die letzten Wochen waren sehr schöne Zeiten und werden mir immer in Erinnerung bleiben. Es waren ereignissvolle Wochen, die eigentlich sehr schnell vergangen sind. Während dieser Zeit musste ich mit meinem Finanzblogger-Hobby eine Pause einlegen. Jetzt kann ich aber sagen: „Der goldene Adler is back“.


Sonntag, 6. September 2015

Aktienkurse stürzen, was mache ich?

“I never attempt to make money on the stock market. I buy on the assumption that they could close the market the next day and not reopen it for five years.” - Warren Buffett
Aufgrund einer langen Geschäftsreise und der Gründung meiner Firma Wealthgrow Finanzberatung musste ich meinen Blog ein bisschen vernachlässigen. Mehrere Themen, über die ich schreiben wollte, haben sich in der Zwischenzeit angesammelt. Ich fange mit dem aktuellsten an:

Im August dieses Jahres sind innerhalb von 4 Wochen alle Aktienkurse der wichtigsten Börsen auf der Welt abgestürzt. Hier sehen Sie die Veränderung der wichtigsten Aktienindizen:
  • S&P 500 -10%
  • EURO STOXX 50 -11,5%
  • Nikkei 225 -11,2%
  • DAX -11,5%
  • FTSE 250 -8%
  • MSCI Emerging Markets -13,6%
  • China CSI 300 -21%

Der Absturz ist so hoch, dass einige meiner Arbeitskollegen, die normalerweise kein Interesse an Finanzen oder der Börse haben, angefangen haben darüber zu reden. Ein Kumpel von mir, der oft kurzzeitige Trades macht, fragte mich, ob ich meine Aktien schon verkauft habe oder sie noch behalte. Ein alter Schulfreund von mir, der in der Finanzbranche arbeitet, fragte mich, ob ich seine Tweets gelesen habe und mit einem Leerverkauf einen großen Gewinn erzielt habe. Er hatte anscheinend diesen Sturz vorhergesehen.

Meine Antwort ist folgende: Ich habe nichts gemacht. Ich muss zugeben, dass ich nachts alleine im Hotelzimmer die Nachrichten und Kommentare auf Bloomberg und CNBC geschaut habe. Ich habe auch mein Portfolio mehrmals gecheckt, obwohl ich mir vorgenommen hatte, dies nur einmal im Monat zu tun. Es ist normal und menschlich, in solchen Situationen kurz in Panik zu geraten. Bei einem Aktiensturz verliert ja jeder Anleger einen Teil seines Vermögens (auf dem Papier).

Ängste um das Wirtschaftswachstum in China und um Chinas Aktienmarkt, langsames Wachstum in Schwellenländern, Kriegsgebieten, sinkende Commodity-Preisen und noch mehrere weitere Gründe kann man nennen, warum die Lage plötzlich so schlecht aussieht. Der Chef-Ökonom der Allianz hatte  im Fernsehen über die struktuellen Probleme der Weltwirschaft gesprochen. Ein anderer hat dem Währungskrieg die Schuld gegeben. Laut einem weiteren Experten ist die Kommunistische Partei Chinas verantwortlich. Zum Glück hat dieses Mal keiner die Griechen für schuldig befunden.

Die wichtige Frage ist für mich folgende: Wie werden die Aktienkurse in 5 oder 10 Jahren aussehen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie niedriger stehen als heute? Was wird mit meinem Geld auf dem Tagesgeldkonto passieren? Wie hoch wird mein Vermögen sein, wenn ich nichts spare und mein ganzes Gehalt ausgebe?

Hier in der Abbildung sehen Sie die Performance des S&P 500-Index während und nach der Krisenzeiten. Ein Aktiensturz ist eigentlich eine gute Gelegenheit, mehr Aktien zu kaufen.


Ein paar andere Fragen, die ich zur Anregung gerne stellen und beantworten möchte.
  • Machen die Firmen weiterhin Gewinne? Ja.
  • Zahlen die Firmen weiterhin Dividende? Ja.
  • Werden die Firmen ihre Gewinne erhöhen? Ja, aber ich weiss nicht, wie weit. Die Weltwirschaft wird höchstwahrscheinlich weiter wachsen.
  • Soll ich meine Anlagestrategie nach einer Krise ändern? Nein, nur wenn Ihre Lebenssituation sich ändert.
  • Soll ich den Experten im Fernsehen glauben? Nein. Denn welcher von ihnen hat den Aktienkurs tatsächlich vorhergesehen?
  • Wie oft soll ich mein Portfolio kontrollieren? Alle 6 Monate oder einmal im Jahr. Am besten nur, wenn Sie Ihr regelmäßiges Rebalancing machen oder neue Aktien kaufen. Einmal im Monat, wenn Sie ein Finanzblogger sind J
  • Die Aktienkurse können noch weiter fallen. Soll ich meine Aktien verkaufen? Ich kann es nicht sagen. Sie können weiter fallen oder wieder steigen. Am besten abwarten. Wenn Sie wollen, können Sie Ihr Portfolio laut Ihrer Asset-Allocation anpassen. Das heißt wahrscheinlich: neue (und günstige) Aktien kaufen.
  • Was wirst du machen? Ich werde mein Portfolio laut meiner Asset-Allocation (90% Aktien-ETFs, 10% Anleihen-ETFs) anpassen.
  • Die Kursstürze bei Aktien machen mich nervös. Ich kann nicht in Ruhe schlafen. Soll ich alle meine Aktien verkaufen und in sichere Geldanlagen investieren? Sie haben vielleicht eine viel niedrigere Risikobereitschaft als Sie denken. Ein hoher Aktienanteil in Ihrem Portfolio ist für Sie nicht geeignet. Alternativ können Sie von Ihrem unabhängigen Finanzberater eine Analyse Ihrer Risikobereitschaft vornehmen lassem.

Montag, 3. August 2015

Firmengründung, ich werde Finanzberater

Ich werde Finanzberater

In den letzten Wochen konnte ich nicht so viele neue Artikel veröffentlichen. Der Grund dafür ist mein Gründungsprojekt „Wealthgrow Finanzberatung“.


Seit September 2012 schreibe ich regelmäßige Artikel auf diesem Blog „Der goldene Adler“. In der letzten Zeit habe ich mehrmals Anfragen aus meinem Freundeskreis bekommen, was sie mit ihren Ersparnissen machen sollen. Meine Standardantwort war: „Ich darf nicht direkt sagen, welche Investmentfonds du kaufen sollst. Lese meinen Blog“.

Ein paar Leute haben es tatsächlich gemacht. Sie haben mit meinem Blog angefangen, dann ein paar Bücher über persönliche Finanzen gekauft, sich weitergebildet und sich selbst um ihr Geld gekümmert. Das finde ich toll und empfehle im Prinzip allen meinen Lesern dies zu tun. Kümmern Sie sich um Ihr Geld selber.

Es gibt aber sehr viele Leute, die kein Interesse daran und keine Leidenschaft dafür haben. Blogs und Bücher zu lesen ist aufwändig. 16%  der Deutschen lesen täglich in einem  Buch und nur 34% seltener als einmal im Monat (Quelle: statista.de). Ich habe keine Zahlen über Fachbücher. Ich schätze aber, dass sehr wenige Leute Interesse daran haben, in ihrer Freizeit Bücher über Asset-Allocation, Random Walk oder historische Rendite der Aktienmärkte zu lesen.

Es gibt sehr viele Menschen, die Geld sparen, aber nicht wissen, was sie mit ihren Ersparnissen anfangen sollen. Deshalb lassen sie ihr Geld auf Giro- oder Sparkonten, wo sie kaum Rendite bekommen. Viele meiner Freunde und Bekannten gehören zu dieser Gruppe. Ich möchte diesen Menschen irgendwie helfen, damit sie mehr aus ihrem Geld machen.

Deswegen habe ich mich entschieden, nebenberuflich Finanzberater zu werden. Das geht aber nicht über Nacht, weil Finanzberatung gesetzlich geregelt ist und ohne Erlaubnis nicht praktiziert werden darf. Bußgelder bis zu 50.000 € können festgesetzt werden. Also Vorsicht, wenn Sie jemandem eine Empfehlung geben, welche Aktie diese Person kaufen soll.

Mein erster Schritt war es, ein geprüfter Finanzanlagenfachmann zu werden. Nach einer erfolgreichen Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer Köln habe ich im Juni meine Bescheinigung bekommen. Dann ging es weiter mit einer Gewerbeerlaubnis, für die ich zahlreiche Unterlagen bereitstellen musste (Auskünfte vom Amtsgericht, Auszüge aus mehreren Registern, Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, Unbedenklichkeitsbescheinigung, usw..). Das ganze hat eine Weile gedauert, bis ich letzte Woche mein Gewerbe angemeldet habe.

Meine Webseite www.wealthgrow.de ist bereits online. Meine Firma „Wealthgrow Finanzberatung“ befindet sich in Köln, wo ich Menschen im Großraum Köln-Bonn persönliche Finanzberatung anbiete. Online-Finanzberatung (telefonisch mit Screensharing) ist auch möglich, wenn man sich nicht persönlich treffen kann. Theoretisch kann ich Kunden aus ganz Deutschland beraten.

Bitte schauen Sie sich meine Webseite an. Ich freue mich auf Anmerkungen, Ideen und Weiterempfehlungen. Sie können mir auch auf Facebook folgen.

Über persönliche Finanzen und Geldanlagen werde ich weiterhin in diesem Blog meine Artikel regelmäßig veröffentlichen.